Wie Positive Psychologie mein Leben mit Endometriose verändert hat: Selbstfürsorge und Resilienz
Als Psychologin habe ich mich schon immer dafür interessiert, wie Menschen sich entwickeln und auch unter schwierigen Bedingungen resilient bleiben. Während meines Masterstudiums mit dem Schwerpunkt Lebensspannenpsychologie spielte die Positive Psychologie eine zentrale Rolle mit Themen wie Selbstmitgefühl, persönliche Stärken und Sinnfindung. Diese Konzepte blieben für mich nicht nur Theorie. Ich konnte sie in meinem persönlichen Leben anwenden, als ich mit der chronischen Krankheit Endometriose konfrontiert wurde.
Von starken Menstruationsschmerzen zu chronischen Unterleibsschmerzen - Meine Diagnose
Während meines Masterstudiums entwickelten sich die starken Regelschmerzen, die ich jeden Monat hatte, zu chronischen Schmerzen. Mein allgemeiner Gesundheitszustand verschlechterte sich, und nach langem Zögern stimmte ich schließlich einer Operation zu. Einige Tage nach der Verteidigung meiner Masterarbeit unterzog ich mich nach 17 Jahren Beschwerden einer Bauchspiegelung. Die Diagnose lautete: Grad 3 tief infiltrierende Endometriose.
Erholung und die Herausforderung chronischer Schmerzen
Meine Genesung war alles andere als schnell. Die chronischen Schmerzen blieben, begleitet von starker Erschöpfung. Auch heute, eineinhalb Jahre später, bin ich noch nicht wieder ganz fit. Es war eine schwierige Zeit, vor allem weil ich meine beruflichen Ziele aufgrund meiner eingeschränkten körperlichen Leistungsfähigkeit völlig neu überdenken musste. Ich kämpfte, und kämpfe manchmal immer noch, mit Versagens- und Minderwertigkeitsgefühlen. Der Druck, meinen eigenen und den gesellschaftlichen Erwartungen an Produktivität und „normales“ Funktionieren gerecht zu werden, war groß.
Positive Psychologie als Kraftquelle
In dieser schwierigen Zeit merkte ich, dass mir die Elemente der Positiven Psychologie, die ich im Studium gelernt hatte, halfen, den Kopf über Wasser zu halten. Selbstmitgefühl wurde für mich zu einem wichtigen Thema. Ich musste mir immer wieder vor Augen führen, dass die Situation nicht meine Schuld war, und dass es ausreichte, im Rahmen meiner Möglichkeiten mein Bestes zu geben. Statt mich nur auf Produktivität zu fokussieren, lernte ich, wie wichtig es ist, auf meinen Körper zu hören und meine Grenzen zu respektieren. Ich begann, mich darauf zu konzentrieren, was ich noch tun konnte, statt darauf, was nicht mehr möglich war.
Sinn finden in schwierigen Zeiten
Darüber hinaus haben diese Erfahrungen einige Beziehungen vertieft, wie z. B. die zu meinem Geschwisterteil, das ebenfalls an Endometriose leidet, und vor allem zu meinem Mann, da wir uns gemeinsam auf die neuen, unvorhersehbaren Umstände einstellen mussten. Und vielleicht am wichtigsten: Ich begann, meine chronische Krankheit nicht mehr nur als Rückschlag zu sehen. Stattdessen erkannte ich das persönliche Wachstum, das ich durchmachte, die Resilienz, die ich entwickelte, und die unerwarteten Chancen, die sich auftaten. Wie zum Beispiel diesen Blog zu starten, der nicht nur eine Möglichkeit ist, anderen auf ihrem Weg mit Endometriose zu helfen, sondern auch meiner eigenen Geschichte eine neue Richtung gibt.
Mehr über Positive Psychologie und Endometriose
In diesem Blog habe ich bisher viel über verschiedene Aspekte des Lebens mit Endometriose geschrieben, über die Krankheit selbst und die Herausforderungen, die sie mit sich bringt. In zukünftigen Beiträgen möchte ich mehr darüber schreiben, wie Erkenntnisse aus der Positiven Psychologie helfen können, mit einer chronischen Krankheit wie Endometriose umzugehen. Meine Hoffnung ist, dass diese Erkenntnisse, so wie sie mir geholfen haben, auch dir helfen können, deine Gesundheit und dein Wohlbefinden zu verbessern.