Ein Jahr nach der Operation: Ein neuer Rhythmus und Fokus
Es ist nun ein Jahr her, dass ich mich einer Bauchspiegelung unterzogen habe, bei der eine tief infiltrierende Endometriose diagnostiziert wurde. Es war ein Jahr voller Veränderungen, Höhen und Tiefen, und ich möchte mir einen Moment Zeit nehmen, um darüber zu reflektieren.
Erholung und Umstellung
Nach der Operation war ich erleichtert, endlich eine Diagnose erhalten zu haben und dass das Endometriosegewebe entfernt worden war. Der anfängliche Genesungsprozess war jedoch hart. Wochenlang konnte ich mich nur sehr langsam bewegen, und einfache Aufgaben wie das Ankleiden oder das Hinuntergehen der Treppe ließen mich erschöpft und schlapp zurück. Es dauerte etwa zwei Monate, bis ich wieder die üblichen Gassirunden mit meinem Hund machen konnte.
Im Laufe der Zeit wurde ich körperlich stärker und konnte feststellen, dass einige Symptome aus der Zeit vor der Operation zurückgegangen waren. Doch meine chronischen Schmerzen und meine Erschöpfung blieben bestehen, und meine Regelschmerzen wurden schärfer und hielten deutlich länger an. Außerdem hatte ich mit neuen Problemen zu kämpfen, die mit dem Narbengewebe zusammenhingen, das sich nach der Operation in meinem Bauch gebildet hatte, wie z. B. stechende, starke Schmerzen bei längerem Sitzen oder Schmerzen im unteren Rücken und in den Beinen aufgrund einer Reizung des Ischiasnervs.
Symptommanagement: Eine Geschichte von Trial and Error
Nach meiner Operation beschloss ich, zu versuchen, meine Beschwerden ohne hormonelle Behandlung in den Griff zu bekommen. Zuvor hatte ich mit verschiedenen hormonellen Verhütungsmethoden erhebliche Nebenwirkungen und kaum eine Besserung der Symptome erfahren. Stattdessen konzentrierte ich mich auf eine Kombination aus Schmerzmitteln, Physiotherapie, Thermotherapie, TENS und Lebensstilanpassungen. Ich stellte auf eine überwiegend pflanzliche und biologische Ernährung um, reduzierte meinen Konsum von Zucker und verarbeiteten Lebensmitteln und hörte auf, Alkohol zu trinken. Außerdem begann ich mit Yoga und Tanzworkouts, um meine Schmerzen zu lindern und meine Kondition zu verbessern. Zusätzlich gründete ich mein eigenes kleines Unternehmen, das es mir ermöglichte, von zu Hause aus zu arbeiten und mein Tempo selbst zu bestimmen.
Zunächst schien es, als würde dieser Ansatz funktionieren. Mein körperlicher Zustand verbesserte sich, und ich konnte wieder mehr meiner früheren Aktivitäten nachgehen. Doch mit der Zeit verschlechterte sich mein allgemeiner Gesundheitszustand erneut. Meine Schmerzen und Erschöpfung wurden schlimmer, und ich fühlte mich oft krank. Zu diesem Zeitpunkt beschloss ich, der Hormonbehandlung, konkret Dienogest, eine weitere Chance zu geben. Während es mir anfangs noch schlechter ging und ich starke Kopfschmerzen und extreme Müdigkeit hatte, konnte ich in der letzten Zeit eine gewisse Verbesserung feststellen. Ich habe häufiger Tage mit wenig bis gar keinen Schmerzen und mehr Energie. Es ist zwar immer noch unvorhersehbar, wie sich jeder Tag entwickeln wird, aber ich bin dankbar für die kleinen Veränderungen und bin hoffnungsvoll für die Zukunft.
Rückblick
Einer der schwierigsten Aspekte meines Erholungsprozesses war die Anpassung meiner Erwartungen. Die Erholung ist nicht linear verlaufen, mit einigen besseren Phasen und dann wieder Rückschlägen, für die es keine klare Erklärung gab. Ich musste bestimmte persönliche Ziele, z. B. in Bezug auf meine berufliche Laufbahn, an meine begrenzten Möglichkeiten anpassen. Ich musste auch lernen, geduldig mit meinem Körper zu sein und seine Belastungsgrenzen zu respektieren. Das ist immer noch eine Herausforderung für mich, denn ich habe einen starken Leistungs- und Tatendrang, aber ich mache Fortschritte.
Gelernte Lektionen
Das vergangene Jahr hat mich beigebracht, in den Tag hineinzuleben und mich an den kleinen Dingen zu erfreuen, z. B. an einem schönen Sonnenuntergang, einem guten Essen oder netten Momenten mit meinen Liebsten. Ich habe auch gelernt, auf meine körperlichen und psychischen Bedürfnisse zu achten, Grenzen zu setzen und bei Bedarf um Hilfe zu bitten. Die Operation hat mir zwar nicht die erhoffte Linderung der Symptome gebracht, aber sie hat mir Klarheit gegeben und den Mut, meinen eigenen Weg zu gehen.
Eine Botschaft an dich
Für alle, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen, möchte ich eine Botschaft der Hoffnung und Ermutigung übermitteln. Es kann verlockend sein, sich mit anderen zu vergleichen, aber letztlich geht es darum, deinen eigenen Weg zu einem besseren Wohlbefinden mit Lösungen zu finden, die für dich funktionieren. Gib dir Zeit, um zu heilen, feiere deine kleinen Erfolge auf dem Weg dorthin, und sei vor allem nett zu dir selbst.
Wenn du deine eigene Geschichte über die Erholung nach deiner Bauchspiegelung mit anderen teilen möchtest, kannst du gerne unten einen Kommentar abgeben oder das Kontaktformular benutzen.