Umgang mit Endometriose-Schmerzen: Meine persönlichen Erfahrungen mit TENS
Im letzten Artikel haben wir ausführlich besprochen, was TENS (Transkutane Elektrische Nervenstimulation) ist, wie die Technik funktioniert und wie man sie selbst bei Schmerzen aufgrund von Endometriose anwenden kann. Ich selbst habe mehrere Jahre Erfahrung mit der Anwendung eines TENS-Gerätes, insbesondere zur Linderung starker Menstruationsschmerzen. In diesem Artikel teile ich meine persönlichen Erfahrungen mit TENS in der Hoffnung, dass sie andere, die ebenfalls auf der Suche nach zusätzlichen Formen der Schmerzlinderung sind, ermutigen, TENS eine Chance zu geben.
Meine Erfahrungen mit TENS
Vor einigen Jahren kaufte ich mir ein TENS-Gerät in der Hoffnung, dass es mir bei meinen starken Regelschmerzen helfen würde. Schmerzmittel und andere Mittel wie eine Wärmflasche oder ein heißes Bad reichten nicht aus, um die Schmerzen zu lindern. Ich weiß nicht mehr genau, wie ich auf die Idee kam, ein TENS-Gerät zu benutzen. Wahrscheinlich habe ich im Internet etwas darüber gelesen. Als Teenager hatte ich bei der Physiotherapie für meine Knie bereits ein ähnliches Gerät zur Muskelstärkung mit EMS (Elektro-Muskel-Stimulation) kennengelernt, so dass die Hürde, die Technik auszuprobieren, geringer war.
Kauf und Anwendung
Das Gerät, das ich gekauft habe, ist ein Kombigerät für TENS und EMS, das mit Rabatt etwa 35 Euro gekostet hat. Ich habe auch Ersatzelektroden und ein Elektrodenspray gekauft, um die Leitfähigkeit zu verbessern. Alles in allem war es eine recht bescheidene Investition für den Nutzen, den ich bisher daraus gezogen habe. Das Gerät ist batteriebetrieben, leicht und kompakt und hat einen Clip, mit dem man es an der Hose oder am Rock befestigen kann, so dass man es überall hin mitnehmen kann.
Schmerzlinderung bei Menstruationsbeschwerden
Bisher habe ich mein TENS-Gerät hauptsächlich bei akuten Regelschmerzen eingesetzt. Derzeit habe ich durch die Einnahme von Dienogest zwar keine Regelblutung, aber während der Menstruation bin ich in der ersten Nacht meist mit heftigen Schmerzen aufgewacht, obwohl ich vor dem Schlafengehen Schmerzmittel genommen hatte. Gegen 2 oder 3 Uhr nachts hatte ich dann sehr starke Schmerzen im Unterbauch, im Rücken und in den Beinen und Schmerzmittel haben überhaupt nicht mehr geholfen. Bevor ich mit TENS anfing, lag ich dann oft lange im heißen Bad, drückte mit den Fäusten kräftig auf meinen Unterleib, in der Hoffnung, die Schmerzen erträglicher zu machen, oder versuchte vergeblich, mit einer Wärmflasche einzuschlafen. In der Regel dauerte es 4-5 Stunden, bis ich irgendeine Linderung der Schmerzen verspürte, die oft von einem Bauchgrummeln begleitet wurden.
Mit der TENS-Therapie konnte ich die Zeit halbieren, bis die Schmerzen einigermaßen erträglich wurden. Zwei bis drei Stunden mit schlimmen Schmerzen sind immer noch eine große Belastung, aber für mich war es eine deutliche Verbesserung. Normalerweise benutzte ich das Gerät zwei Stunden am Stück, eine Sitzung nach der anderen, mit den Elektroden auf dem Rücken und einer ziemlich hohen Intensität. Dabei legte ich mir eine Wärmflasche auf den Bauch. Die Empfindungen, die das Gerät erzeugte, empfand ich eher als Ablenkung denn als unmittelbare Schmerzlinderung. Die Muskeln in meinem Rücken waren nach dieser langen Anwendung etwas steif, aber ich hatte keine Hautreizungen.
Langzeitanwendung bei chronischen Beckenschmerzen
Im vorigen Artikel über TENS war zu lesen, dass Studien bei wiederholter Anwendung von TENS über einen Zeitraum von acht Wochen mit zweimal täglichen Sitzungen von 20 bis 30 Minuten einen positiven Effekt festgestellt haben. Unter anderem haben sich bei den Studienteilnehmenden chronische Beckenschmerzen gebessert, ein Problem, mit dem auch ich zu kämpfen habe. Ich selbst habe das TENS-Gerät noch nicht täglich benutzt, aber angesichts dieser Studienergebnisse bin ich durchaus offen dafür. Um ehrlich zu sein, vergesse ich manchmal, dass es etwas ist, das ich noch ausprobieren könnte. Vielleicht mache ich es zu einer Challenge für mich und berichte hier über meine Erfahrungen.
TENS für unterwegs
Ich nehme mein TENS-Gerät immer mit, wenn ich verreise, weil ich oft starke Schmerzen habe, wenn ich lange sitze, zum Beispiel im Auto. Theoretisch kann ich mit dem Gerät auch am Schreibtisch sitzen, aber ich muss ehrlich sagen, wenn ich es benutze, sind die Schmerzen so stark, dass ich nicht wirklich etwas machen kann. Theoretisch kann man mit dem Gerät sogar spazieren gehen, denn es kommt mit einem praktischen Clip, den man an der Hose oder am Rock befestigen kann. Das Gerät ist außerdem so kompakt, dass es leicht in die Hosentasche oder in eine kleine Handtasche passt.
Fazit
Alles in allem ist TENS für mich persönlich eine wertvolle Ergänzung im Umgang mit meinen Endometrioseschmerzen. Obwohl es kein Allheilmittel ist, habe ich festgestellt, dass sich meine Situation durch die Anwendung des Gerätes deutlich verbessert hat. Da ein TENS-Gerät einfach zu bedienen, klein genug, um es überall hin mitzunehmen, und nicht zu teuer ist, kann ich es auf jeden Fall empfehlen. Achte nur darauf, dass du dich gut über die richtige Anwendung des Geräts informierst und besprich vorher mit deinem Arzt oder deiner Ärztin, ob diese Methode für dich geeignet ist.