Über den Verdacht auf Endometriose sprechen: Wie bereite ich mich auf meinen Arzttermin vor?
Wenn du unter anhaltenden körperlichen Beschwerden wie starken Krämpfen bei der Menstruation oder Schmerzen beim Sex leidest, fragst du dich vielleicht, ob Endometriose die Ursache ist. Ein offenes Gespräch mit deinem Arzt oder deiner Ärztin ist wichtig, um Klarheit zu schaffen und deine Symptome zu lindern, aber auch um mögliche Komplikationen zu vermeiden. Aber wie spricht man dieses Thema bei einem Arztbesuch an? In diesem Artikel gehen wir auf einige Schritte ein, mit denen du dich optimal auf dieses Gespräch vorbereiten kannst.
Tipps zur Vorbereitung auf deinen Arztbesuch
Informiere dich
Es kann hilfreich sein, sich im Vorfeld mit Hilfe zuverlässiger Quellen darüber zu informieren, was genau Endometriose ist. Ein Grundwissen über die möglichen Symptome, Ursachen und Behandlungsmethoden von Endometriose kann dir helfen, selbstbewusster an das Arztgespräch heranzugehen, deine Symptome und Bedenken klar zu formulieren und gezieltere Fragen zu stellen.
Halte deine Symptome in einem Tagebuch fest
Das Aufzeichnen deiner Beschwerden auf Papier oder in einer App kann deinem Arzt oder deiner Ärztin helfen, deine Situation besser zu verstehen und kann dir wertvolle Einsichten bringen, z. B. indem du Muster entdeckst. Es ist sinnvoll, den Zeitpunkt und die Dauer deiner Regelblutung zu notieren, wann und wie lange deine Symptome auftreten, wie stark sie sind und welche Faktoren sie zu verschlimmern oder zu verbessern scheinen, z. B. Ernährung, Bewegung oder deine Stimmung. Außerdem solltest du aufzeichnen, was du zur Bekämpfung der Symptome unternommen hast, z. B. die Verwendung von Schmerzmitteln oder einer Wärmflasche.
Schreib deine Sorgen und Fragen auf
Wer kennt das nicht: Du verlässt die Arztpraxis und es fällt dir ein, was du noch alles hättest sagen oder fragen wollen. Deshalb lohnt es sich, im Voraus eine Liste mit all den Dingen zu erstellen, die du gerne besprechen möchtest. Das hilft dir, nichts Wichtiges zu vergessen und das Beste aus deiner oft knapp bemessenen Zeit im Sprechzimmer herauszuholen.
Sei offen und ehrlich
Es ist wichtig, dass du alle deine Symptome offen mit deinem Arzt besprichst, auch solche, die sich sehr persönlich oder peinlich anfühlen, wie Schmerzen bei der Penetration oder der Verlust von großen Blutklumpen während der Periode. Nur so kann sich dein Arzt oder deine Ärztin ein genaues Bild von deiner Situation machen und dir die passende Unterstützung anbieten. Bedenke, dass das, was sich für dich vielleicht als peinlich anfühlt, für Ärzt:innen zum Alltag gehört.
Bring eine Begleitperson mit
Falls es dir damit besser geht, kannst du eine Person deines Vertrauens zu deinem Termin mitnehmen. Diese Person kann dir dabei behilflich sein, an alles zu denken, was du sagen oder fragen wolltest, und sich zu merken, was der Arzt oder die Ärztin erzählt oder empfohlen hat.
Bitte um eine Überweisung
Je nach Ausprägung deiner Beschwerden kann es erstmal ausreichen, in ärztlicher Begleitung bestimmte Methoden zur Symptombekämpfung auszuprobieren, ohne dass eine offizielle Diagnose von Endometriose gestellt wird. Wenn dies jedoch nicht ausreichend hilft oder bei dir noch viele Fragen offen sind, kannst du um eine Überweisung zu einer Expertin oder einem Experten auf dem Gebiet von Endometriose bitten.
Hole bei Bedarf eine zweite Meinung ein
Endometriose ist eine komplexe Erkrankung, bei der es im Durchschnitt 7 bis 10 Jahre nach dem Auftreten der ersten Symptome dauert, bis eine Diagnose gestellt wird. Diese Verzögerung ist teilweise darauf zurückzuführen, dass manche Ärzt:innen zu wenig über die Krankheit wissen, oder irrtümlich annehmen, dass Regelschmerzen normal sind. Solltest du das Gefühl haben, dass du nicht gehört oder ernst genommen wirst, solltest du nicht zögern, eine zweite Meinung einzuholen.
Der Ablauf des Arzttermins
Bei dem ersten Termin wird die Ärztin oder der Arzt in den meisten Fällen zunächst einige Fragen stellen, um sich ein genaues Bild von deinen Beschwerden und deiner medizinischen Vorgeschichte zu machen. Dazu gehören beispielsweise Fragen zu der Art, Häufigkeit und Dauer deiner Schmerzen, sowie zu deinem Menstruationszyklus und sonstigen Beschwerden, die du hast. Anschließend kann eine körperliche Untersuchung erfolgen, die unter anderem eine Tastuntersuchung der Vagina und des Unterleibs umfassen kann. Abhängig von deiner Situation können weitere Untersuchungen empfohlen werden, z. B. eine Ultraschalluntersuchung oder ein MRT.
Alternative Ursachen für deine Beschwerden
Ausgehend von der Anamnese und der körperlichen Untersuchung kann es vorkommen, dass die Ärztin oder der Arzt andere mögliche Ursachen für deine Symptome in Betracht zieht und weitere Untersuchungen empfiehlt. Einige der Symptome von Endometriose überschneiden sich nämlich mit anderen Krankheiten wie Beckenentzündungen, Myomen oder dem Reizdarmsyndrom. Dies offen nachzugehen und so möglicherweise bestimmte Ursachen ausschließen zu können, kann dich ebenfalls einer Antwort näher bringen. Gleichwohl bietet es sich auch hier an, eine zweite Meinung einzuholen, wenn du Zweifel an der Einschätzung deiner Situation hast.
Fazit
Besteht bei dir aufgrund von bestimmten Beschwerden der Verdacht, dass du an Endometriose leiden könntest, ist eine ärztliche Beratung äußerst wichtig, für die Verbesserung deines Gesundheitszustands. Dieser Schritt kann sich aufregend und überwältigend anfühlen, aber mit einer guten Vorbereitung und der Anwendung der besprochenen Tipps kommst du schon sehr weit.
Ich wünsche dir viel Mut und hoffe, dass du bald die gesuchten Antworten finden wirst. Falls du bereits ein erstes Gespräch mit deiner Ärztin oder deinem Arzt geführt hast, lade ich dich ein, deine Erfahrungen in den Kommentaren zu teilen. Deine Geschichte und deine Ratschläge können andere ermutigen, selbst den ersten Schritt zu wagen.