So entwickelt man mehr Optimismus: 10 praktische Tipps bei Endometriose
Wenn du mit einer chronischen Krankheit wie Endometriose zu tun hast und in deinem Alltag regelmäßig mit den Folgen konfrontiert wirst, kann es schwierig sein, mit Zuversicht und positiven Erwartungen in die Zukunft zu blicken. Dennoch kann es sowohl für deine körperliche als auch für deine psychische Gesundheit von Vorteil sein, wenn du versuchst, eine optimistischere Einstellung zu entwickeln, wie wir im vorherigen Artikel gesehen haben. Obwohl Optimismus als Persönlichkeitsmerkmal gilt und eine genetische Komponente hat, ist es nicht unveränderlich, wie positiv oder negativ du denkst. Hier sind zehn Tipps, die dir helfen können, optimistischer durchs Leben mit Endometriose zu gehen.
10 praktische Tipps für mehr Optimismus
Erkenne und hinterfrage negative Gedanken
Achte auf aufkommende negative Gedanken und fordere sie aktiv heraus. Untersuche die Beweise, die deine Gedanken stützen, und frage dich, ob es auch Beweise dafür gibt, dass das Gegenteil wahr sein könnte. Versuche dann, deinen Gedanken positiv umzuformulieren.
Beispiel 1: „Diese Hormontherapie wird nie funktionieren“ wird zu: "Es dauert mehrere Monate, bis man die Wirkung der Hormontherapie richtig einschätzen kann, und es gibt Menschen, bei denen sie gut funktioniert".
Beispiel 2: „Ich bin eine Belastung für andere“ wird zu: "Es ist in Ordnung, um Hilfe zu bitten und Unterstützung von anderen zu bekommen. Ich bin auf meine eigene Art und Weise für andere da".
Visualisiere deine ideale Zukunft
Nimm dir Zeit, um ein detailliertes Bild deiner idealen Zukunft zu entwerfen. Welche Ziele hast du erreicht? Wie steht es um deine Gesundheit, deine Beziehungen, deine Arbeit und deine Freizeit? Wie fühlst du dich dabei? Schreibe dies auf und lese es regelmäßig, um dich daran zu erinnern, was du erreichen möchtest. Es darf durchaus ehrgeizig sein, sollte aber realistisch bleiben. Überlege dir auch, welche konkreten Schritte du unternehmen kannst, um diese gewünschte Zukunft möglich zu machen.
Setze realistische Ziele
Setze die Messlatte nicht zu hoch und teile große Ziele in kleine, erreichbare Schritte auf. Schaue regelmäßig auf deinen Fortschritt zurück und lobe dich selbst dafür, als Anreiz für dein Selbstwertgefühl und deine Motivation. (Mehr dazu findest du in diesem Artikel über das Setzen realistischer Ziele bei Endometriose.)
Konzentriere dich auf das, was du selbst beeinflussen kannst
Es gibt viele Dinge im Leben, die wir nicht vollständig kontrollieren können, besonders bei einer unvorhersehbaren Krankheit wie Endometriose. Wenn du dich auf die Dinge konzentrierst, die du selbst in der Hand hast, bekommst du ein stärkeres Gefühl von Kontrolle und Selbstbestimmung.
Beispiel 1: Stelle einen Plan auf, was du tun wirst, wenn du starke Endometrioseschmerzen hast, z. B. ein warmes Bad nehmen und danach ein TENS-Gerät benutzen, um die Schmerzen zu lindern.
Beispiel 2: Wenn du das Gefühl hast, dass dein jetziger Arzt oder deine Ärztin dir nicht genug zuhört oder dass ihr euch in Bezug auf deine Behandlung nicht einig seid, solltest du in Erwägung ziehen, eine zweite Meinung einzuholen.
Üb dich in Dankbarkeit
Schreibe jeden Tag drei oder mehr Dinge auf, für die du an diesem Tag dankbar warst, z.B. schmerzfreie Momente oder ein toller Video-Chat. Alternativ kannst du auch aufschreiben, worauf du dich am nächsten Tag freust. Das lenkt nicht nur deine Aufmerksamkeit auf die kleinen, schönen Momente in deinem Leben, sondern kann erfahrungsgemäß auch dazu führen, dass du mehr von diesen positiven Erlebnissen für dich schaffst.
Umgebe dich mit positiven Einflüssen
Die Menschen um dich herum können einen großen Einfluss auf deine Stimmung und deine Lebenseinstellung haben. Negativität, wie häufiges Klagen oder trübe Zukunftserwartungen, saugen wir oft wie ein Schwamm auf. Suche daher regelmäßig Kontakt zu Menschen, die dich zum Lächeln bringen, dich inspirieren und ermutigen.
Vergleiche dich nicht mit anderen
Wir Menschen neigen dazu, uns an den Leistungen, dem Aussehen oder den Umständen anderer zu messen. Aber unsere Leben sind nicht miteinander vergleichbar: Jeder von uns hat einzigartige Chancen und Hindernisse auf seinem Weg. Konzentriere dich also auf dein eigenes Wachstum und feiere jeden Schritt nach vorne, egal wie klein er auch sein mag.
Trainiere deine Lachmuskeln
Ein gutes Lachen kann unglaublich wohltuend sein und dich viel leichter fühlen lassen. Suche dir regelmäßig positive Erlebnisse, die dich zum Lachen bringen, z.B. eine lustige Aktivität mit Freund:innen, einen Karaoke- oder Stand-up-Comedy-Abend, das Hören von lustigen Podcasts oder Hörbüchern (mein persönlicher Tipp: „Die Känguru-Chroniken“ von Marc-Uwe Kling) oder das Anschauen von lustigen Tier-GIFs auf Bored Panda.
Konsumiere Nachrichten und Social Media in Maßen
Es ist sicher wichtig, über aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen informiert zu sein. Die Medien vermitteln jedoch oft ein unverhältnismäßig negatives Bild der Welt, was emotional belastend sein kann. Es ist daher ratsam, die Bildschirmzeit zu begrenzen und ab und zu nach Quellen für positive Nachrichten zu suchen.
Achte auf dein körperliches Wohlbefinden
Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper: Achte auf regelmäßigen und ausreichenden Schlaf, versuche herauszufinden, welche Ernährung deinem Körper gut tut, und plane regelmäßige Pausen ein, um dich zu erholen. (Lies hier mehr darüber, wie du eine aktive Rolle bei der Verbesserung deiner Gesundheit bei Endometriose spielen kannst).
Emotionale Balance: Raum schaffen für positive und negative Gefühle
Wachsen in Optimismus bedeutet nicht, das Leben durch eine rosarote Brille zu sehen und immer fröhlich und sorgenfrei sein zu müssen. Zum Menschsein gehört die ganze Bandbreite von Gefühlen, sowohl positive als auch negative. Gefühle sind nicht richtig oder falsch, sondern wollen uns etwas mitteilen und uns zum Handeln anregen. Wichtig ist, achtsam zu sein für die schwierigen Momente, aber auch für die schönen Dinge, die man jeden Tag erlebt, und das Vertrauen zu stärken, dass man die Herausforderungen, die ein Leben mit Endometriose mit sich bringt, meistern kann.
Eine positive Einstellung zu entwickeln, geht nicht von heute auf morgen. Es ist ein Prozess, der Zeit braucht und ein Leben lang weitergeht. Hab also Geduld mit dir selbst. Wenn du merkst, dass du dich in negativen Gedanken verfällst oder über einen längeren Zeitraum mit Traurigkeit oder anderen psychischen Beschwerden zu kämpfen hast, suche dir auf jeden Fall professionelle Hilfe. Es ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke und Mut, sich Unterstützung zu suchen, wenn man sie braucht.
Weitere Informationen
Wenn du mehr zu diesem Thema erfahren möchtest, findest du unten eine Auswahl an wissenschaftlichen Artikeln. Solltest du allerdings eher nach leicht verständlichen Informationen und praktischen Ratschlägen suchen, kannst du einen Blick auf künftige Blogbeiträge zu diesem Thema werfen oder dich mit deinen Fragen über das Kontaktformular an mich wenden.
Malouff, J. M., & Schutte, N. S. (2016). Can psychological interventions increase optimism? A meta-analysis. The Journal of Positive Psychology, 12(6), 594–604. https://doi.org/10.1080/17439760.2016.1221122
Littman-Ovadia, H., & Nir, D. (2013). Looking forward to tomorrow: The buffering effect of a daily optimism intervention. The Journal of Positive Psychology, 9(2), 122–136. https://doi.org/10.1080/17439760.2013.853202