Die Kraft des positiven Denkens bei Endometriose: Wie Optimismus einen Unterschied machen kann

Endometriose ist eine chronische Erkrankung, die häufig mit starken Schmerzen, Fruchtbarkeitsproblemen und einem unvorhersehbaren Krankheitsverlauf einhergeht. Es ist daher nicht verwunderlich, dass Menschen mit Endometriose im Durchschnitt weniger optimistisch sind als die gesunde Bevölkerung. Regelmäßige Rückschläge machen es schwer, positiv in die Zukunft zu blicken. Dabei kann ein wenig Optimismus schon viel bewirken. In diesem Artikel erfährst du, was Optimismus genau ist und warum er den Umgang mit Endometriose positiv beeinflussen kann.

Was ist Optimismus?

Eine im Regen tanzende Frau mit einem Regenschirm in der Hand als Symbol für eine optimistische Lebenseinstellung bei Endometriose.

Optimismus ist die Neigung, positive Erwartungen an die Zukunft zu haben, auch wenn man mit Rückschlägen konfrontiert wird. Optimistische Menschen sehen Rückschläge eher als vorübergehende Hindernisse oder Lernmöglichkeiten denn als dauerhafte Probleme. Sie wenden häufig effektive Bewältigungsstrategien an, wie problemlösendes Denken, Akzeptanz, Humor und positive Umdeutung von Situationen. Sie neigen auch dazu, die Ursachen für Schwierigkeiten außerhalb ihrer selbst zu suchen und haben Vertrauen in ihre Fähigkeit, die Situation zu meistern.

Optimismus als Persönlichkeitseigenschaft: Stabil oder veränderlich?

Optimismus gilt als relativ stabile Persönlichkeitseigenschaft, die mit anderen Eigenschaften wie Extraversion und emotionaler Stabilität zusammenhängt. Es gibt auch eine genetische Komponente und Einflüsse biologischer Faktoren, wie z.B. die Serotoninregulation im Gehirn. Aber es ist nicht so schwarz-weiß wie „entweder optimistisch oder nicht optimistisch“ für den Rest des Lebens. Lebenserfahrungen und Lernprozesse - zum Beispiel durch psychologische Interventionen - können dir helfen, optimistischer zu werden, auch wenn du von Natur aus eher pessimistisch bist.

Die Vorteile des Optimismus

Aber warum lohnt es sich, optimistischer zu werden? Forschungsergebnisse zeigen, dass Menschen mit einer optimistischen Einstellung im Durchschnitt zufriedener mit ihrem Leben sind. Sie sind oft widerstandsfähiger gegenüber Schwierigkeiten und haben ein geringeres Risiko für psychische Probleme wie Angstzustände und Depressionen. Außerdem sind Optimisten eher bereit, eine aktive Rolle bei der Verbesserung ihrer Situation zu übernehmen und zeigen dabei mehr Ausdauer. Dies gilt auch für gesundheitsfördernde Verhaltensweisen wie körperliche Bewegung und ausgewogene Ernährung sowie die Pflege sozialer Kontakte. Kurzum: Eine optimistische Lebenseinstellung kann sowohl die körperliche als auch die psychische Gesundheit positiv beeinflussen.

Wie Optimismus bei Endometriose helfen kann

Nach meiner eigenen Erfahrung kann die Entwicklung einer positiveren Einstellung im Umgang mit Endometriose sehr hilfreich sein. Ich persönlich bin von Natur aus eher pessimistisch, was zum Teil mit negativen Erfahrungen in meiner Kindheit zusammenhängt. Natürlich waren auch die Entwicklung von chronischen Schmerzen und Erschöpfung sowie das jahrelange Warten auf die Diagnose nicht gerade förderlich. Aber ich merke, wenn ich meine negativen Erwartungen - zum Beispiel an die mögliche Wirksamkeit einer Behandlung - hinterfrage, bin ich eher bereit, mich darauf einzulassen und dem Ganzen eine faire Chance zu geben. Der Gedanke, dass sich mein Gesundheitszustand verbessern kann und dass Dinge, die jetzt nicht möglich sind, vielleicht in Zukunft wieder erreichbar sind, gibt mir Hoffnung für jeden neuen Tag und motiviert mich, aktiver nach Lösungen zu suchen. Ohne diese Hoffnung oder Erwartung würde sich, glaube ich, schnell eine Depression einschleichen. Deshalb möchte ich weiter im Optimismus wachsen, du auch? Im nächsten Artikel findest du konkrete Tipps, wie du eine positivere Einstellung entwickeln kannst.

Weitere Informationen

Wenn du mehr zu diesem Thema erfahren möchtest, findest du unten eine Auswahl an wissenschaftlichen Artikeln. Solltest du allerdings eher nach leicht verständlichen Informationen und praktischen Ratschlägen suchen, kannst du einen Blick auf künftige Blogbeiträge zu diesem Thema werfen oder dich mit deinen Fragen über das Kontaktformular an mich wenden.

  • Conversano, C., Rotondo, A., Lensi, E., Della Vista, O., Arpone, F., & Reda, M. A. (2010). Optimism and its impact on Mental and Physical Well-Being. Clinical Practice and Epidemiology in Mental Health, 6(1), 25–29. https://doi.org/10.2174/1745017901006010025

  • Morán-Sánchez, I., Adoamnei, E., Sánchez-Ferrer, M. L., Prieto-Sánchez, M. T., Arense-Gonzalo, J. J., Casanova-Mompeán, V., Carmona-Barnosi, A., Mendiola, J., & Torres-Cantero, A. M. (2020). Is dispositional optimism associated with endometriomas and deep infiltrating endometriosis? Journal of Psychosomatic Obstetrics & Gynecology, 42(1), 50–56. https://doi.org/10.1080/0167482x.2020.1729732

  • Rush, G., & Misajon, R. (2017). Examining subjective wellbeing and health-related quality of life in women with endometriosis. Health Care for Women International, 39(3), 303–321. https://doi.org/10.1080/07399332.2017.1397671

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